Windows XP von Microsoft

| Juni 19th, 2010

Windows Vista (in der Entwicklungsphase unter internem Codenamen Longhorn bekannt, nach einer Bar in der Nähe des Skiorts Whistler-Blackcomb) ist der Name des noch nicht erschienenen Nachfolgers des Betriebssystems Windows XP der Firma Microsoft. Die interne Versionsnummer lautet NT 6.0. Es wurde ursprünglich Anfang 2006 in den Läden erwartet und sollte als Zwischenschritt zwischen Whistler (Windows XP) und der übernächsten Version Blackcomb dienen. Allerdings entwickelt sich Longhorn langsamer als ursprünglich von Microsoft erhofft. Das fertige Windows Vista soll laut Microsoft in der Holiday Season Ende 2006 erscheinen, die Server- Variante Anfang 2007. Seit dem 28. Juli 2005 steht Testern und Entwicklern eine erste Beta-Version zur Verfügung, für Anfang 2006 ist eine zweite Beta angekündigt, der mehrere Release Candidates folgen werden.

Die auffälligste Neuheit in Windows XP ist die neue Benutzeroberfläche Luna, die im Auslieferzustand eine farbenfrohere Desktop-Oberfläche bietet, als dies bisher bei Windows der Fall war. Die alte Oberfläche steht aber wahlweise ebenso zur Verfügung.

Windows XP gibt es in mehreren Varianten:

• Die Professional Edition wurde für den Einsatz in Unternehmen entwickelt und enthält Funktionen wie z.B. Fernverwaltung (Remote Control), Dateiverschlüsselung (EFS), zentrale Wartung mittels Richtlinien oder die Nutzung von mehreren Prozessoren (SMP).
• Die Home Edition ist als preiswerte Variante um einige Eigenschaften der Professional Edition gekürzt, basiert jedoch auf demselben Kern und lässt sich mittels eines in der Computerzeitschrift c’t beschriebenen Hacks in eine nahezu vollständige Professional Edition umwandeln.
• Die Tablet PC Edition basiert auf der Professional Edition und enthält spezifische Erweiterungen für auf Stifteingabe optimiere Laptops/Notebooks, die über einen im Display integrierten Digitizer verfügen (Tablet PCs). Augenscheinlichste Merkmale sind die Unterstützung handgeschriebener Notizen (Datentyp: Digitale Tinte) und Bildschirmrotation. Diese Version wird zusammen mit entsprechenden
PCs verkauft und ist nicht separat erhältlich. Zu erwähnen ist die hervorragende Handschriftenerkennung, die die Handschrift des Benutzers schnell erlernt und das handgeschriebene Wort unmittelbar in elektronische Schrift übersetzt. Diese Art von elektronischem Notizblock hat den Vorteil, unmittelbar nach dem handgschriftlichen Notieren die Notiz auf elektronischem Wege (z.B. E-Mail etc.) weiter verarbeiten zu können.
• Die Media Center Edition basiert auf der Professional Edition und enthält spezifische Erweiterungen für auf multimediale Inhalte sowie deren Wiedergabe spezialisierte Computer, die in der Regel mit einer TV-Karte ausgestattet sind. Augenscheinlichstes Merkmal ist die Möglichkeit der sehr vereinfachten Bedienung durch Darstellung auf einem Fernseher und Steuerung mittels Fernbedienung. Windows XP Media Center Edition erfuhr 2003 die erste Aktualisierung und erhielt zusätzliche Funktionen wie etwa den Empfang von Kurzwellenradio. Die aktuelle Version, „Windows XP Media Center Edition 2005“, enthält das Service-Pack 2 und zusätzlich einige Neuerungen wie z.B. den Windows Media Player 10 und DirectX 9.0c. Während die erste Version der Windows XP Media Center Edition nur im Paket mit entsprechenden Computern vertrieben und nicht als Einzelprodukt verfügbar
über den Vertriebskanal System Builder zu erwerben.

Neu ist, dass neuartige Consumer-Endgeräte, wie z.B. DVD-Recorder, Xbox 360 etc., über eine Netzwerkverbindung mit Windows XP Media Center Edition kommunizieren können. Dabei ist in diesen Endgeräten ein Windows XP Media Center Edition als embedded Version oder ein zur Media Center Edition kompatibles Frontend implementiert. Der Benutzer kann mit seiner Fernbedienung z.B. Videos, Musik etc. von seinem Media-Center-Computer auf dem Endgerät abspielen, welches an seinem Fernseher angeschlossen ist. Microsoft versucht damit, die Lücke zwischen reinem Computer und Media-Center-Computer für das Wohnzimmer zu schließen. Jedoch sind Computer für das gemeine Wohnzimmer (noch) zu groß, zu laut, zu teuer etc.

• Windows XP Embedded für spezielle Haushalts- und Unterhaltungselektronik, Digitalempfänger, Geldautomaten, medizinische Geräte, Kassenterminals oder Voice-over-IP (VoIP)-Komponenten. Diese Version basiert auf demselben Programmcode wie Windows XP Professional.
• Windows XP x64 Edition ist eine spezielle 64-Bit Version, die ausschließlich für AMD Opteron- und Athlon 64- und Intel-Prozessoren mit EM64T-Erweiterung entwickelt wurde. Sie läuft nicht auf 64-Bit-Prozessoren anderer Hersteller und ist ansonsten identisch zur Windows XP Professional-Edition. Sie ist beispielsweise auf dem Intel ITANIUM 64-Bit-Prozessor nicht lauffähig. Die x64 Edition ist als OEM- und als System-Builder- Lizenz erhältlich. Im Zusammenspiel zwischen Prozessor und Betriebssystem kann auch eine konventionelle 32-Bit- Software ausgeführt werden. Somit ist es nicht erforderlich, dass die auszuführenden Programme/Software als 64-Bit-Version vorliegen müssen. Dieses Verfahren des x64-Prozessors wird auch Mixed-Mode genannt – also das Ausführen von 64- und 32-Bit-Software gleichzeitig auf einem Prozessor. Jedoch ist es erforderlich, dass die Treiber als 64-Bit-Version vorliegen. Die Treiber werden vom Hardware-Hersteller für das Betriebssystem hergestellt und zur Verfügung gestellt. Der vorgenannte ITANIUM 64-Bit-Prozessor beherrscht den Mixed-Mode nicht und kann ausschließlich nur 64-Bit-Software ausführen. Daher ist dieser Prozessor für den Massenmarkt nicht interessant.
• Windows XP Home Edition N und Professional Edition N sind angepasste Windows-Versionen die, aufgrund einer Auflage der Europäischen Kommission, ohne Windows Media Player und an-
dere multimediale Bestandteile ausgeliefert werden. Möchte der Benutzer die gleiche Funktionalität wie in der regulären Version von Windows XP nutzen, kann er die erforderlichen Elemente kostenfrei von der Microsoft-Homepage herunterladen. Er sollte sich dann aber klar sein, dass insbesondere der MS-Mediaplayer ein nicht leicht abstellbares Bedürfnis hat, mit Microsoft Daten auszutauschen. Die übermittelten Daten sind stark verschlüsselt, so dass es bisher niemandem gelungen ist, die Angaben von Microsoft über Umfang und Inhalt nachzuprüfen.

• Für den Vertrieb in finanziell weniger starken Regionen und Entwicklungsländern gibt es eine funktional stark eingeschränkte Windows XP Starter Edition (maximal drei Anwendungen zur gleichen Zeit mit max. je drei Fenstern, keine lokalen Netze oder Benutzeraccounts, niedrige Bildschirmauflösung, maximal 256 MB RAM und 40 GB Festplattenspeicher usw.).

Anders als in den vorherigen Versionen gibt es keine Server-Version von Windows XP. Die Serverprodukte zu Windows XP sind in der Windows Server 2003-Produktfamilie zusammengefasst. Allerdings war offenbar eine Serverversion in Planung, denn mittels eines in der Computerzeitschrift c’t beschriebenen Hacks lässt sich das System so manipulieren, dass es intern „glaubt“, ein Serversystem zu sein. Das erlaubt
Anwendern, Serversoftware wie z. B. die Windows Server Update Services, kurz „WSUS“ zu installieren. Als Name gibt Windows dann an fast allen Stellen „Microsoft Code Name Whistler Server“ aus. Es prasselt jedoch nach der Umstellung nur so Fehlermeldungen hinein, darüber hinaus fehlen für den richtigen Serverbetrieb obligatorische Applikationen, was den produktiven Einsatz als Serversystem unmöglich macht.

Die einzelnen Windows Server 2003-Versionen gliedern sich in Standard Edition, Enterprise Edition, Datacenter Edition, Web Edition und „Small Business Server“, wobei die Datacenter Edition ausschließlich als OEM-Lizenz in Verbindung mit entsprechender Hardware erhältlich ist.
[Enzyklopädie: Microsoft Windows XP. DB Sonderband: Wikipedia 2005/2006, S. 539488]

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